
von Helene Mayerhofer
Die Harley dröhnt aus dem Off, fünf Herren kraxeln auf die Bühne und positionieren sich an ihren Instrumenten. Die Show kann losgehen. Die Show, das ist die von „Peter“, und wie der Name schon ahnen lässt, hat sich die Tribute-Band aus Oberbayern ganz der Musik von Peter Maffay verschrieben.
Am vergangenen Donnerstag spielten sie das Auftaktkonzert für ihre Sommer-Tour in der Comödie Fürth. Über zweieinhalb Stunden Peter Maffay gab es da zu hören und zu sehen – und das sehr gern, der Theatersaal ist an dem Abend recht voll. Einige hier sind treue Wiederkehrer, viele aber Erstbesucher bei der Tribute-Band, und so will Sänger und Frontmann Ossi Mark eines direkt klarstellen: „Wir wollen nicht als Kopie von Peter Maffay verstanden werden“, bekräftigt er. „Wir lieben einfach seine Songs und wollen sie ehrlich und authentisch wiedergeben.“
Authentisch bedeutet für die Musiker ohne Konserve, eine Sache von Respekt, wie Ossi Mark findet. An seiner Seite spielen Mike Weiß am Schlagzeug, Klaus Götze an der Gitarre, Wolfi Kunz am Keyboard und Klaus Kiefer am Bass – und mit einigen wahrhaft applauswürdigen Trompetensoli. Eine Rockband, wie sie im Buche steht, dabei ist „Peter“ als Formation eine relativ neue Erscheinung. Im März 2025 spielten sie ihr erstes Konzert, jetzt touren sie in Bayern. Musikerfahrung bringen sie aber alle mehr als genug mit, denn selbst das jüngste Bandmitglied zählt 50 plus Jahre, wie Mark verrät.
Trotz aller Nicht-Imitationen findet sich der eigenwillige Maffay-Zungenschlag auch in den Interpretationen von Ossi Mark wieder, teils aber zum Leidwesen der Textverständlichkeit. Dass die Songs auch ohne den Maffay-Dialekt funktionieren, zeigt sich im Laufe des Abends immer wieder. „Peter“ halten sich nicht damit auf, die Maffay-Biografie nachzuerzählen und auch nicht, warum sie eigentlich die größten Fans sind.
Die Musik darf hier im Vordergrund stehen und für sich sprechen. Auch die Setlist hält, was sie verspricht: Das Beste aus 50 Jahren Peter Maffay, heißt es da. Zum „Besten“ zählen natürlich sämtliche große Hits. „Josie“, „So bist du“, „Eiszeit“ sind nur einige davon. Das Karat-Cover „Über sieben Brücken musst du geh’n“ darf da ebenfalls nicht fehlen.
So richtige Rockstimmung mag am Anfang nicht aufkommen, aber die Band spielt munter weiter und schafft es schließlich, spätestens im zweiten Teil des Konzerts und mit Carambolage auch das Publikum von den Stühlen zu holen. Als Kontrastprogramm gibt es zu „Halt dich an mir fest“ einen ernst gemeinten Aufruf zum Schmusen. Gegen Ende, wie soll es anders sein, folgt noch ein gesammelter „Tabaluga“-Block, damit auch der Deutschen liebster Drache seinen rechtmäßigen Platz an der Seite von „Peter“ bekommt. Nachdem die Stimmung lockerer ist, trauen sich auch einige, wenn auch zaghaft, zu tanzen.
Um die Spannung zu halten, sparen sich „Peter“ diesen einen Hit natürlich bis zur Zugabe auf. „Du“ setzt den Fast-Finalpunkt für die Tribute-Show, und der Song landet, auch wenn an diesem Punkt im Publikum schon leicht Aufbruchstimmung herrscht. Und wie es sich gehört, wird die inspirationsgebende Deutschrock-Ikone zum Schluss auch standesgemäß verabschiedet. Mit einem kräftigen „Servus Peter!“